Archive for the ‘Politik’ Category

NGO Gruppen für Ausweisung begnadigter Pädophiler
Dienstag, Januar 3rd, 2012

Phnom Penh; nationale und internationale NGO-Gruppen haben eine Petition an den Innenminister Sar Kheng übermittelt, worin sie sich für die Ausweisung des pädophilen Mehrfachtäters Alexander Trofimov einsetzten. Begründet wird dies mit dem Zusatz, dass erneute Wiederholungstaten bei diesem Tätertyp gängig seien.

Wir haben die Befürchtung, dass Alexander Trofimov sich erneut an Kindern vergreifen könnte, wie er es bereits nach seiner Flucht aus Russland tat“, wird in der Petition, die von 14 unterschiedlichen NGO-Gruppen wie beispielsweise World Vision, Save the Children, Licadho und APLE (Action Pour les Enfants) unterzeichnet wurde, zitiert. Die Petition wurde dem Innenministerium am vergangenen Freitag uebergeben.

Trofimov ist auf der Gesuchtenliste von Interpol als Stanislav Molodyakov geführt, wobei dabei informiert wird, dass er sechs Mädchen im Alter von neun bis zehn Jahre in Russland vergewaltigt haben soll, ist weiter in der Petition zu lesen mit dem Zusatz, dass eine Auslieferungsbitte Russlands bisher ignoriert wurde.

Er wurde am 20. Dezember aufgrund einer königlichen Begnadigung aus dem Bezirksgefängnis in Sihanoukville entlassen, nachdem er etwas mehr als vier Jahre seiner 18 Jahre Gesamtstrafe, die wegen sexueller Übergriffe und Delikte gegen 17 Mädchen ausgesprochen wurde. Vor seiner Inhaftierung hatte Trofimov eine 300 Millionen US-Dollar in Sihanoukville gestartet, wonach das Snake Island in ein Luxus-Resort gestaltet werden sollte, inklusive einer Brücke, welche die Insel mit Sihanoukville verbindet.

Trofimov scheint außerdem eine bevorzugte Behandlung erfahren zu haben, welche eine Konsolidierung seiner Strafe, Verwahrung in einer besonders komfortablen Zelle, zeitweisen Freigang aus dem Gefängnis sowie eine für jedes abgesessene Jahr garantierte Reduzierung des Strafmaßes beinhaltete“, heißt es weiter in der Petition.

Zwei weitere Pädophile wurden aufgrund einer königlichen Begnadigung letzten Monat entlassen. Der Deutsche Alexander Watrin, welcher wegen sexueller Delikte gegen vier Jungen verurteilt war, wurde am 20. Dezember aus dem Gefängnis in Sihanoukville entlassen; drei Tage später dann ebenso der holländische Staatsbürger Rene Paul Martin Aubel, der wegen sexueller Verbrechen gegen sechs Jungen verurteilt war, aus dem Preah Sar Gefängnis.

Trofimov wird aufgrund der Vielzahl seiner Opfer sowie des scheinbaren Unwillens der kambodschanischen Behörden, ihn weiter zur Rechenschaft zu ziehen, als der gefährlichste der drei Straftäter bezeichnet. Zwischen 2004 und bis zu seiner Verhaftung 2007 „köderte und erschlich er sich sowie ließ sich durch „Agenten“ mindestens 21 minderjährige Mädchen zukommen“, so in der Petition.

Ihm zu gestatten, sich frei im Land bewegen zu können, bedeutet für die Opfer und deren Familien ein Leben in einer hoch traumatisierten Situation, wo es ihnen unmöglich ist, die gegen sie begangenen Verbrechen zu bewältigen“, heißt es weiter. Der Sprecher des Innenministeriums, Khieu Sopheak, sagte gestern, er habe nichts von einer solchen Petition gehört. Die Petition wird morgen (Dienstag, 04.01.2012) in der Phnom Penh Post veröffentlicht.

NGO Gruppen für Ausweisung begnadigter Pädophiler

NGO Gruppen für Ausweisung begnadigter Pädophiler

Natürlich kann das Thema auch im Kambodscha Forum diskutiert werden:  NGO Gruppen für Ausweisung begnadigter Pädophiler

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Grenze Mae Sot – Myawaddy (Thailand-Myanmar) wieder offen
Dienstag, Dezember 27th, 2011

Eigentlich wollte ich es schon viel eher posten, hatte es dann aber leider wieder vergessen: nach über einem Jahr ist endlich der internationale Grenzübergang von Mae Sot nach Myawaddy, also von Thailand nach Myanmar, wieder offen. Zuerst hieß es, dass das nur für Dezember so sei. Da ich zwischenzeitlich aber bereits selbst nach Myawaddy musste (Visarun), hatte ich auch mal die burmesischen Grenzer gefragt, und die meinten, die Grenze bliebe offen. Natürlich ist das jetzt alles andere als eine Gewähr. Deshalb solltet Ihr die Lage nach wie vor im Auge behalten, wenn Ihr diese Grenze für einen Besuch von Burma bzw. Myawaddy einplant.

Das ganze macht dabei eh irgendwie den Eindruck eines „Geschenkes and Thailand“, denn die Grenze ist seit 5. Dezember wieder offen, was auch der Geburtstag des thailändischen Königs ist. Laut einem thailändischen Bekannten, der hier Polizist ist, lohnt sich die offene Grenze aber schon wieder. Denn die Polizei fängt jetzt wieder wesentlich mehr Illegale ein. Die haben dann die Wahl, ins Gefängnis zu gehen oder eine entsprechende Strafe zu zahlen. Zwar sagen die meisten selbstverständlich, dass sie kein Geld hätten, wenn es dann mit dem Knast aber ernst wird, haben sie das Geld plötzlich 😀

Und in Thailand funktioniert das Eintreiben von Strafen und Bußgeldern etwas anders als in Europa: hier sind alle Polizisten ihrer Hierarchie entsprechend an den Bußgeldern „beteiligt“ ganz offiziell. Obwohl ich direkt hier an der Grenze wohne, musste ich während der Schließung ungefähr 600 km einfach zur nächsten internationalen Grenze reisen, um meinen Visarun zu machen alle paar Monate. Das gestaltet sich jetzt schon wesentlich angenehmer. Vor allem, weil ich darauf verzichtet habe, noch ein weiteres Visa für Thailand zu machen, weil ich ja in ein paar Wochen nach Kambodscha ziehe. Und so muss ich derzeit alle zwei Wochen das Land verlassen.

 

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Kambodscha News: PM Hun Sen eröffnet Wasserkraftwerk in der Provinz Kampot
Donnerstag, Dezember 8th, 2011

Kampot; Premier Minister Hun Sen hat gestern die Tore zum ersten, größeren Damm und Wasserkraftwerk im Königreich geöffnet, das 193,2 Megawatt-Projekt Kamchay in der Provinz Kampot, das zum Ziel hat, die Energieknappheit in Kambodscha einzudämmen.

Die Strompreise in Kambodscha gehören zu den höchsten in ganz Asien, so offizielle Sprecher und Experten. Als Resultat des neuen Wasserkraftwerks erhofft man sich eine Erholung und Stabilisierung der hohen Energiekosten, welche auch viele ausländische Investoren abschrecken. Dabei ist es eines von einer ganzen Reihe von Energieprojekten in Kambodscha.

„Wir hatten viele Jahre Schwierigkeiten mit Energie. Falls die OPEC die Preise für Kraftstoffe anhebt, wird uns die Kinnlade herunterfallen“, sagte Hun Sen gestern vor Regierungsmitgliedern Investoren und Dutzenden von Angestellten von Sinohydro Corporation, dem chinesischen Unternehmen, welches den Damm gebaut hat.

„Es gibt keine Stabilität. Das ist der Grund, weshalb wir in einigen Landesteilen Strom aus Wasserkraft gewinnen müssen“, führte er weiter aus. Der Premier Minister hat China gebeten, Kambodscha 50 Millionen US-$ pro Jahr für Stromprojekte zu leihen. Mit einem anhaltendem Investment könnte Kambodscha im eigenen Land jährlich rund 10.000 Megawatt Strom produzieren, gab er weiter zu verstehen, ohne dabei aber einen Zeitrahmen zur Realisierung dieser Kapazitäten zu nennen.

Kambodschas aktuelle, jährliche Stromgewinnungskapazitäten liegen bei 500 Megawatt, so Toch Sovanna, ein Bereichsleiter des Ministeriums für Industrie, Minen und Energie. Er führte weiter an, dass innerhalb der nächsten 14 Jahre der Strombedarf in Kambodscha 3.000 Megawatt erreichen würde. Der Kamchay Damm, ein 280 Million US-$ Projekt vom chinesischen Unternehmen Sinohydro Corporation, wird die Stromerzeugung um 40 Prozent erhöhen. Im März wird der Damm dann Strom produzieren.

Aktuell kauft Kambodscha 42 Prozent seines Strombedarfs von seinen Nachbarländern Thailand, Laos und Vietnam, berichtete die Phnom Penh Post letzten Monat. Hun Sen wird weiter zitiert, dass die Stromkäufe und die damit verbundenen, hohen Kosten die Wettbewerbsfähigkeit von Kambodscha in der herstellenden Industrie einschränken.

„Es ist das selbe Produkt, allerdings sind unsere Produkte teurer und das schränkt unsere Wettbewerbsfähigkeit ein“, sagte er, während er die in Kambodscha hergestellten Produkte mit denen der Nachbarländer verglich. Laut Faisal Ahmed, einem Repräsentanten des Internationalen Anlagefonds Kambodscha, kann der Anstieg von Stromerzeugung beiden Wirtschaftszweigen – der Landwirtschaft als auch der herstellenden Industrie – zum Wachstum verhelfen.

„Preiswerterer Strom erhöht auch die Wettbewerbsfähigkeit und lockt auch weitere Investoren“, sagte er. „Es kann Kambodscha beim Neuabgleich der Produktionsstrukturen in Asien helfen“. Hun Sen gab weiter zu verstehen, dass bis 2015 vier weitere Wasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 772 Megawatt im Land in Betrieb gehen werden.

„Geringere Wasserstände während der Trockenzeit werden jedoch die Kapazitäten von Kraftwerken wie dem Kamchay Damm beeinträchtigen, was einen zusätzlichen Bedarf an Kohlekraftwerken bedeutet“, erklärte er weiter. Laut dem Premier Minister wird deshalb 2014 ein 270 Megawatt Kohlekraftwerk in Sihanoukville ans Netz gehen.

Die chinesische Erdos Hongjun Investment Gruppe sowie ein lokales Unternehmen wollen fast 400 Millionen US-$ in das Kohlekraftwerk-Projekt in Sihanoukville investieren, wie es einem Dokument der Ordos Stadt-Reform- und Entwicklungskommission aus China zu entnehmen ist. Zwei weitere Kohlekraftwerke mit einer gesamten Kapazität von 253 Megawatt werden 2016 eröffnet werden, fügte dem Hun Sen zu.

Sinohydro wird für die vorhersehbare Zukunft ein Investor in Kambodscha bleiben, erklärte der kambodschanische Geschäftsleiter des Unternehmens, Shu Jian, gestern per Telefon. „Wir werden unsere Zusammenarbeit mit der kambodschanischen Regierung fortsetzen. Aktuell erörtern wir mit dem mit dem Wirtschafts- und Finanzministerium die Machbarkeit von verschiedenen Bewässerungsprojekten“, erklärte Shu weiter.

Er fügte außerdem hinzu, dass Sinohydro aktuell im Nordwesten Kambodschas an einem Bewässerungsprojekt arbeitet. Die Zusammenarbeit am Kamchay Damm wird 40 Jahre lang dauern, bevor das Unternehmen die Kontrolle vollends an die kambodschanische Regierung übergibt. Eine Brücke bei Sihanoukville, die das chinesische Unternehmen gebaut hat, wurde Ende Juni eröffnet.

Der Kamchay Damm wurde von Umweltgruppen stark kritisiert, da er einen Einschnitt für den Lebensstandard der betroffenen Bevölkerung in dem Gebiet bedeute. Dem setzte Hun Sen entgegen, dass der erzeugte Strom vom Kamchay Kraftwerk für 0,24 US-$ pro Kilowatt verkauft werden würde. Dies sei 0,04 US-$ günstiger als der aktuelle, landesweite Durchschnitt, erklärte er weiter. Der Strom wird den Gebieten Kampot, Kep, Takeo und Sihanoukville zugute kommen.

Hun Sen eröffnet Wasserkraftwerk Kamchay

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Thailand: die Flut, Tourist Visa und Thai Airways
Sonntag, November 13th, 2011

Auf den ersten Blick mag dieser Titel wohl etwas irritieren. Denn: dass Thai Airways und Tourist Visas in einem Zusammenhang stehen, ist ja noch erklärbar, aber was hat das alles mit der Flut und vor allem Kambodscha zu tun? Ganz einfach, Thailand beschließt derzeit wieder einige Maßnahmen. Und viele Leser hier haben auch Kontakte zu Thailand oder kommen über Thailand, weil es kaum direkte Flüge nach Phnom Penh gibt. So profitieren dann auch Kambodscha Reisende von einigen der geplanten Änderungen.

In Bangkok geht man davon aus, dass es noch bis Neujahr dauern wird, bis alles Wasser endlich abgeflossen ist. Und auch in vielen Provinzen, vom Norden Richtung Süden, dem Chao Praya Fluss und anderen entlang, gab es große Schäden. DieTAT, die zuständigen Behörden für den Urlaubssektor in Thailand, wollen in Zusammenarbeit mit der Regierung und auch privaten Unternehmen ein Paket auf den Weg bringen, das den Tourismus zum einen stärker ankurbelt und andererseits auch in die betroffenen Gebiete lenken, dass diese tatsächlich davon profitieren können. Nachfolgend einige der wichtigsten Absichten:

Die Regierung will in der kommenden Woche einen Vorschlag ins Kabinett einbringen, der die Gebühren für Tourist Visas wieder aussetzt. Zuletzt wurde diese Maßnahme mit den politischen Ausschreitungen und dem Besetzen des Flughafens begründet, doch ist dieses freie Visa-Abkommen bereits abgelaufen. Außerdem sollen auch die Flughafengebühren für den Suvarnabhumi Airport wegfallen bzw. gekürzt werden.

Die TAT wiederum möchte sich in Treffen mit der privaten Tourismus-Industrie darauf verständigen, dass verstärkt Touren und Trips in die betroffenen Regionen angeboten werden. Auch Thai Airways möchte zu diesem Flut Hilfsprogramm für die südlichen Provinzen etwas beitragen und so hat der Präsident von Thai Airways, Piyasvati Amranand, angekündigt, dass mit sofortiger Wirkung bestimmte Inlandsflüge bis 10. Dezember um bis zu knapp 60 Prozent günstiger angeboten werden.

Im einzelnen sind das folgende Inlandsverbindungen:

Bangkok – Surat Thani: statt 4.290 THB jetzt 1.820 THB
Bangkok – Krabi: statt 4.490 THB jetzt 1.920 THB
Bangkok – Phuket: statt 4.675 THB jetzt 2.015 THB
Bangkok – Hat Yai: statt 5.155 THB jetzt 2.255 THB
Bangkok – Koh Samui: statt 6.360 THB jetzt 2.930 THB

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Der aktuelle deutsche Weg aus der Ferne betrachtet: demokratisch?
Mittwoch, Oktober 5th, 2011

Ich bin jetzt seit 6 Jahren nicht mehr in Deutschland gewesen. Aber natürlich interessiere ich mich durchaus noch für deutsche Nachrichten und auch die deutsche Politik. Insgesamt muss ich aber auch sagen, dass sich sehr zum Positiven hin der Blickwinkel auf die politische Situation von mir verändert hat. Denn ich bin keinen ‚Mainstream‘-Meinungen mehr ausgesetzt, bekomme nur noch die Nachricht an sich und kann sie so völlig frei selbst bewerten.

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Sextourismus – Viel Sex für wenig Geld
Mittwoch, September 28th, 2011

Heute bin ich über einen Artikel bei Fokus Online gestolpert, den ich recht interessant finde, da er durchaus zutreffend ist. Gerade eben, was Kambodscha betrifft. Während es in Thailand vornehmlich die „älteren Herren“ sind, die sich für Damen aus dem Milieu interessieren, kann man, was das Kambodscha betrifft, durchaus sagen, dass da bei den „Freiern“ das Durchschnittsalter unterhalb 30 liegt bei Männern, die sich eine „Ferienbegleitung“ suchen. Und auch, dass einige es wie einen Sport betrachten, so viele Frauen als nur möglich während eines Urlaubs mit auf das Zimmer nehmen zu können, konnte ich vielfach beobachten.

Nachfolgend der Artikel:

 

Mit Gedenktagen wie dem Welttourismustag erinnert die UNO jährlich an Missstände wie sexuelle Ausbeutung in ärmeren Ländern. Das Problem dabei: Freier und Täter kann jeder sein.

Spätestens seit den 60er-Jahren, als die große Zeit des Massentourismus begann, denken viele bei Sextourismus an Thailand. An einen schmerbäuchigen, deutlich in die Jahre gekommenen Mann mit einer zierlichen Thailänderin im Arm. Dieses Bild mag auch heute noch seine Gültigkeit haben. Aber es ist längst nicht mehr typisch für die Klientel, die ins Ausland reist, um nach sexueller Befriedigung zu suchen.

„Es handelt sich nicht nur um Männer, die nicht mehr vermittelbar sind“, sagt Inge Bell. Die TV-Journalistin und Aktivistin gegen Menschenhandel beobachtet seit über zehn Jahren die Szene der Sextouristen. Ende der 90er-Jahre deckte sie den Skandal bei der Kosovo-Truppe (KFOR) mit Kinderprostituierten auf. Seitdem hat sie das Thema nicht mehr losgelassen.

Jeder Mann kann Sextourist sein

„Einen Sextouristen werden Sie nie erkennen“, erklärt Bell. Es können Schüler, Studenten, verheiratete Männer oder Singles sein – kurzum alle, die in geschlechtsfähigem Alter sind. Aus den einschlägigen Freier-Foren weiß Bell, dass sich darunter künftige Väter befinden („Meine Frau ist gerade schwanger“), Ehemänner („Wir sind schon so lange verheiratet“) oder Männer „auf der Suche nach dem besonderen Kick“. Dass es sich nicht ausschließlich um eine homogene Altersgruppe handelt, kann sie an der Sprache in den Foren erkennen. Demzufolge sind erstaunlich viele junge Männer unter den Freiern.

Dabei gilt das Prinzip „je anonymer, desto besser“ – wer die Mühe einer Auslandsreise auf sich nimmt, möchte auf keinen Fall als Käufer sexueller Dienste erkannt werden. Und er ist vermutlich auch kostenbewusst. Denn jenseits der Landes- und Wohlstandsgrenzen ist das Geschäft mit dem Sex viel billiger.

Wie viele deutsche Männer zu Prostituierten gehen, kann man nur abschätzen. In ihrem Buch „Versklavt, verkauft, zum Sex gezwungen“ schreibt Bell, dass es nach Schätzungen der Prostituiertenvereinigung Hydra e.V. in Deutschland rund zwölf Millionen Freier gibt. „Jeder dritte Mann in Deutschland nimmt demzufolge regelmäßig die Dienste einer Prostituierten in Anspruch.“ Wie viele jedoch dafür ins Ausland reisen, darüber gibt es wenig Erkenntnisse.

Billiger Flüge, billiger Sex

Allerdings müssen es viele sein. So viele, dass der ehemalige Europol-Chef, Max-Peter Ratzel, bereits 2008 den Billigfliegern eine Mitschuld am wachsenden Markt des Sextourismus gab. Vor allem Länder mit ärmlichen wirtschaftlichen Bedingungen – zum Beispiel Kambodscha – seien bevorzugte Ziele. Ratzel sprach damals nicht nur von Sextourismus und Prostitution zwischen Erwachsenen, sondern vor allem pädosexuellem Missbrauch. Allein in Asien wird die Zahl der Kinderprostituierten auf eine Million geschätzt.

Mechthild Maurer, die Deutschland-Chefin von ECPAT, der Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Kinder gegen sexuelle Ausbeutung, kann ein sehr präzises Bild über diese Spielart des Sextourismus zeichnen: In Südasien und Sri Lanka werden bevorzugt Jungen missbraucht, auf den Philippinen und in der Dominikanischen Republik sind es Jungen und Mädchen, in Thailand, Kambodscha, Laos und Indien meist Mädchen, so auch in Kenia. „Kindersex kommt überall da vor, wo das Gesetz diese Straftat nicht hart genug verfolgt“, erklärt Maurer.

Sexuelle Trophäensammler

Sie unterscheidet zwei Tätertypen: Einmal pädosexuelle Männer, die auf ganz bestimmte Opfergruppen (etwa nur neunjährige Buben) festgelegt sind. Bei der zweiten Gruppe aber handelt es sich um „hedonistische Täter“, also ganz normal veranlagte Männer, die „etwas Neues“ erleben“ wollen, aber zu Hause keine Kinder anfassen würden. Doch weit weg von daheim und somit aller sozialen Kontrolle entzogen, probieren sie auch Sex mit Kindern. Maurer: „Das sind Trophäensammler. Nach dem Dreier oder Vierer kommt jetzt eben ein Kind dran.“

Seit 2001 engagiert sich die Reisebranche unter der Ägide des Deutschen Reisebüroverbands (DRV) mit dem Kinderschutz-Kodex gegen diese Art des Sextourismus. Mechthild Maurer lobt auch das wachsende Unrechtsbewusstsein in den betreffenden Ländern. Zugleich weiß sie aber auch, dass die Ermittlungen bei pädosexuellen Straftaten immer schwieriger werden.

Längst umfassen die Missbrauchsfälle nicht nur Sex, sondern auch die Herstellung und den Vertrieb von Kinderpornos. Und die Banden, für die Sex mit Kindern ein „ganz normales Business“ ist, werden raffinierter. Kinder werden wegen der erhöhten Aufmerksamkeit der Reisebranche längst nicht mehr in Hotels missbraucht, sondern man bringt sie in Privathäuser oder auf Privatjachten, wo Polizei und Behörden schwerer zugreifen können. „Es bleibt ein ewigen Hase- und Igel-Spiel“, so Kinderschutzaktivistin Maurer.

Prostitution in armen Ländern

Reiche Länder, arme Länder: Sextouristen nützen das Wohlstandsgefälle, um sich billig zu befriedigen

Quelle des Artikels

Natürlich kann der Artikel auch im Kambodscha Forum diskutiert werden: Sextourismus – Viel Sex für wenig Geld

 

 

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Öffentliche Alkoholwerbung in Phnom Penh verboten
Donnerstag, September 22nd, 2011

Phnom Penh; als einen Schritt, um Verkehrsunfälle einzudämmen, hat Phnom Penh’s Gouverneur Kep Chuktema ein grundsätzliches Alkohol-Werbeverbot auf öffentlichen Plätzen in der Hauptstadt ausgesprochen.

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